Förderprojekt · Hochschule Coburg · 2026

Möbel, die im
Kreislauf
bleiben.

Refurnable überführt wissenschaftlich belegte Erkenntnisse zu modularen Möbeln und Additiver Fertigung in eine reale Möbelmarke – kreislauffähig, werkzeuglos montierbar und für alle erlebbar.

#1 Nutzwertanalyse
9R Kreislauf-Strategien
12 DfX-Designstrategien
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Circular
Das Problem

Fast Furniture überlastet den Planeten

Der Earth Overshoot Day macht es sichtbar: Die Menschheit verbraucht jährlich mehr Ressourcen als die Erde regenerieren kann. Und dieser Tag verschiebt sich seit den 1970er-Jahren immer weiter nach vorne.

Die Möbelindustrie ist Teil des Problems: Immer kürzere Produktlebenszyklen, günstige Wegwerfmöbel und kaum vorhandene Reparaturlösungen. Fast Furniture ist das neue Fast Fashion.

Allein in der EU fallen jährlich rund 11 Millionen Tonnen Möbelabfall an. Nur 10 % werden recycelt – der Großteil wird verbrannt oder deponiert. Deutschland trägt dabei mit ca. 2,25 Millionen Tonnen die größte Last aller EU-Länder.

11 Mio. t
Möbelabfall pro Jahr in der EU
nur 10 %
werden tatsächlich recycelt
2,25 Mio. t
davon in Deutschland allein
80–90 %
werden verbrannt oder deponiert
Earth Overshoot Day 1971–2025: Der Tag, an dem die Menschheit das jährliche Ressourcenbudget der Erde aufgebraucht hat, verschiebt sich seit Jahrzehnten immer weiter nach vorne.
Earth Overshoot Day 1971–2025: Der Tag, ab dem die Menschheit auf Ressourcenkredit lebt, rückt seit den 1970er-Jahren immer früher im Jahr. Quelle: Global Footprint Network
Die Lösung

Modular. Kreislauffähig. Zukunftsbereit.

Refurnable entwickelt Möbel, die von Anfang an für ihr Lebensende gedacht sind. Das Herzstück: 3D-gedruckte Verbindungselemente aus Kunststoff, die Stahlvierkantrohr und Holzplatten werkzeuglos zu einem modularen Möbelsystem verbinden.

Das Ergebnis ist ein Sideboard, das sich werkzeuglos auf- und abbauen lässt, sortenrein in seine Materialien zerlegt werden kann und durch seine modulare Architektur beliebig erweitert oder umkonfiguriert werden kann.

Die Konstruktion basiert auf einem CAD-Entwurf mit 3D-Druckverbindern, die iterativ über Rapid Prototyping entwickelt und optimiert wurden – methodisch eingebettet in das Design Science Research-Rahmenwerk nach Peffers et al. (2007).

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Werkzeuglos montierbar

Alle Verbindungen lassen sich ohne Schrauben, Leim oder Werkzeug lösen und wiederherstellen. Montage und Demontage in Minuten.

Sortenrein trennbar

Stahl, Holz und Kunststoff sind vollständig separierbar – die Grundvoraussetzung für echte Kreislauffähigkeit und werkstoffliches Recycling.

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Modular erweiterbar

Standardisierte Verbindungspunkte machen jedes Modul mit jedem anderen kompatibel. Das Möbel wächst mit den Bedürfnissen.

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Dezentral herstellbar

Die Verbindungselemente lassen sich lokal und auf Abruf mit jedem FDM-3D-Drucker fertigen – minimale Logistik, maximale Flexibilität.

Materialien des Prototyps
Tragstruktur

Stahlvierkantrohr

Standardisierte Stahlrohre bilden das tragende Grundgestell. Sortenrein recyclebar, langlebig und regional verfügbar.

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Flächenelemente

Holzplatten

FSC-zertifizierte Holzplatten als biologischer Rohstoff. Im biologischen Kreislauf kompostierbar und vollständig trennbar von der Tragstruktur.

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Verbindungselemente

3D-gedruckte Verbinder (PLA/PETG)

Additiv gefertigte Kunststoffverbinder verbinden Stahl und Holz werkzeuglos. Biobasiertes PLA als bevorzugtes Material für den technischen Kreislauf.

Nutzwertanalyse · 9R-Rahmenwerk

Besser als IKEA und USM –
messbar belegt.

Die Masterarbeit evaluierte den Refurnable-Prototyp in einer vergleichenden Nutzwertanalyse gegen IKEA KALLAX und USM Haller. Bewertungskriterien: aus der CE-Fachliteratur abgeleitet, gewichtet nach den 9R-Strategien.

Bewertungsskala: 1–10 Punkte je Kriterium · Quelle: Masterarbeit Zukunftsdesign, Hochschule Coburg 2026

Kriterium IKEA KALLAX USM Haller Refurnable
Individualisierungsgrad
5
7
9
Wartungsautonomie
4
7
9
De- und Wiedermontage
7
2
9
Flexibilität
5
9
8
Zirkularität
2
8
9
Ressourceneffizienz
8
4
7
Funktionale Robustheit*
5
9
4
Gesamtwert 5,25 6,25 7,50
* Einschränkung Robustheit: Die 3D-gedruckten Verbinder weisen gegenüber konventionellen Schraubverbindungen eine geringere funktionale Robustheit auf. Zirkuläres Produktdesign ist ein multidimensionales Optimierungsproblem – die Stärken bei Demontage, Zirkularität und Individualisierung überwiegen in der Gesamtbewertung deutlich.
Wissenschaftliche Grundlage

Was die Forschung zeigt

Vier zentrale Erkenntnisse aus der Masterarbeit – methodisch fundiert durch Design Science Research und eine vergleichende Nutzwertanalyse auf Basis des 9R-Rahmenwerks.

Ergebnis 01

Beste Gesamtbewertung in der Nutzwertanalyse

Der Refurnable-Prototyp erzielte gegenüber IKEA KALLAX (5,25) und USM Haller (6,25) die höchste Gesamtbewertung (7,50) – insbesondere bei Zirkularität, Wartungsautonomie sowie Montage und Demontage.

Ergebnis 02

Additive Fertigung als CE-Schlüsseltechnologie

Durch schichtweisen Materialauftrag entstehen weniger Verschnitt als bei subtraktiven Verfahren. Dezentrale Produktion auf Abruf minimiert Lageraufwand und Transportemissionen signifikant.

Ergebnis 03

Sortenreine Trennung als Grundvoraussetzung

Nur wenn technischer und biologischer Kreislauf konsequent getrennt bleiben, entstehen echte geschlossene Kreisläufe. Gemischte Verbindungen – Leim, Dübel, Pressspan – verhindern echtes Recycling.

Ergebnis 04

Zirkuläres Design als Optimierungsproblem

Es gibt kein lineares Optimum: Robustheit, Demontierbarkeit und Materialwahl stehen in Wechselwirkung. Refurnable trifft bewusste Abwägungen zugunsten von Kreislauffähigkeit.

"
Die Additive Fertigung stellt eine Schlüsseltechnologie für die Circular Economy dar. Das entwickelte Konzept bietet einen technologischen Ansatz, um durch intelligente Produktgestaltung geschlossene Kreisläufe zu schaffen, die eine Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum ermöglichen.
— Masterarbeit „Modulare Möbelsysteme mit additiv gefertigten Verbindungselementen" · Hochschule Coburg · Januar 2026
Circular Economy

Zwei Kreisläufe.
Ein Prinzip.

Das Butterfly-Diagramm der Ellen MacArthur Foundation zeigt das Prinzip der Circular Economy: Materialien zirkulieren entweder im technischen Kreislauf (Metalle, Kunststoffe) oder im biologischen Kreislauf (natürliche Rohstoffe) – niemals als Abfall.

Refurnable setzt dieses Prinzip direkt um: Stahl und Kunststoff bleiben im technischen Kreislauf, Holz im biologischen. Die werkzeuglose Trennung ist dafür die bauliche Grundvoraussetzung.

Solange Materialien nicht sortenrein trennbar sind – wie bei Pressspan, Leim oder lackierten Verbundwerkstoffen – ist echte Kreislauffähigkeit nicht möglich. Refurnable bricht mit diesem Muster.

Technischer Kreislauf: Stahlrohre und 3D-gedruckte Kunststoffverbinder werden am Ende ihrer Nutzung vollständig wiederverwendet oder recycelt.

Biologischer Kreislauf: Holzplatten aus FSC-zertifizierten Quellen kehren nach ihrer Nutzung als Biomasse in den natürlichen Kreislauf zurück.

Butterfly-Diagramm der Circular Economy nach Ellen MacArthur Foundation: Technischer und biologischer Kreislauf
Butterfly-Diagramm · Ellen MacArthur Foundation · Grundlage des Refurnable-Designansatzes
Designprinzipien

Die 12 DfX-Strategien im Prototyp

Die 12 angewandten DfX-Strategien (Design for X) wurden aus der einschlägigen Circular-Economy-Literatur extrahiert und bilden die Konstruktionsrichtlinien des Refurnable-Prototyps. Sie überbrücken die Lücke zwischen der Vision der CE und der praktischen Produktgestaltung.
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Strategie 01

Wartung & Reparatur

Alle Einzelteile sind zugänglich und ersetzbar. Kein Möbelstück wird weggeworfen, weil ein Teil defekt ist.

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Strategie 02

Demontage & Wiedermontage

Werkzeuglose Montage und sortenreine Trennung aller Komponenten durch 3D-gedruckte Verbinder.

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Strategie 03

Aufrüstbarkeit & Anpassbarkeit

Module können erweitert und an neue Bedürfnisse angepasst werden – das Möbel wächst mit.

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Strategie 04

Standardisierung & Kompatibilität

Einheitliche Verbindungspunkte machen alle Elemente kombinierbar und austauschbar.

Strategie 05

Technischer Kreislauf

Sortenrein trennbare Materialien ermöglichen vollständiges Recycling und Wiedereinsatz.

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Strategie 06

Biologischer Kreislauf

Biobasierte Rohstoffe, die sicher und vollständig in den natürlichen Kreislauf zurückfließen.

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Strategie 07

Additive Fertigung

3D-Druck ermöglicht dezentrale Produktion auf Abruf und minimiert Materialverbrauch und Logistik.

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Strategie 08

Zuverlässigkeit & Langlebigkeit

Individualisierungsmöglichkeiten stärken die psychologische Langlebigkeit und reduzieren Wegwerfmentalität.

Circular Educonomy

Wo Bildung auf
Wirtschaft trifft

Refurnable schafft ein hybrides Transfermodell, das Forschungswissen für Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft gleichermaßen nutzbar macht.

Education

Wissen teilen · Bewusstsein schaffen

  • EDigitaler Circular Design Showroom als interaktive Wissensplattform
  • EAnschauliches Lehrbeispiel für zirkuläres Design an Hochschulen
  • EÖffentliche Ausstellung bei der Langen Nacht der Wissenschaften 2026
  • ENutzertests mit Besuchenden zur Bewusstseinsbildung

Economy

Produkte verkaufen · Märkte gestalten

  • WReale Möbelproduktion als Kleinserie nach CE-Prinzipien
  • WAusgründung aus der Hochschule Coburg durch Jonas Behr
  • WPop-Up-Ausstellungen in Gründerzentren und Makerspaces
  • WModell nachhaltiger, regional verankerter Wertschöpfung
Zeitplan

Meilensteine 2026

Projektstart: 01. März 2026 · Gefördert durch die Hochschule Coburg

01

Kleinserie Produktion

Erste CE-Möbelkollektion mit 3D-gedruckten Verbindern in Kleinserie

02

Digitaler Showroom

Interaktive Wissensplattform mit Forschungsergebnissen und Materialkreisläufen

03

Branding & Social Media

Logo, Corporate Identity, Social-Media-Aufbau und Produktfotografie

04

Lange Nacht der Wissenschaften

Öffentliche Ausstellung und Nutzertests an der Hochschule Coburg

05

Pop-Up-Ausstellungen

Präsenz in Gründerzentren, Makerspaces und bei den Coburger Designtagen

Gründer

Das Team

👤

Jonas Behr

Gründer · Refurnable

Student im Masterstudiengang Zukunftsdesign an der Hochschule Coburg. Seine Masterarbeit zu modularen Möbelsystemen und Additiver Fertigung bildet die wissenschaftliche Grundlage von Refurnable.

Circular Economy Zukunftsdesign Additive Fertigung HS Coburg

Wissenschaftliche Grundlage

Masterarbeit: „Modulare Möbelsysteme mit additiv gefertigten Verbindungselementen zur Operationalisierung der Circular Economy" — Hochschule Coburg, Studiengang Zukunftsdesign, Januar 2026. Methodik: Design Science Research · Nutzwertanalyse · 9R-Rahmenwerk nach Potting et al. (2017).

Kooperation & Transfer

Refurnable ist eine Ausgründung aus der Hochschule Coburg. Der Wissenstransfer erfolgt durch die unmittelbare Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in eine reale Marktanwendung — verbunden mit öffentlicher Wissensvermittlung über den digitalen Showroom und Ausstellungsformate.

Kontakt

Jonas Behr · Gemeinfeld 30 · 97496 Burgpreppach
jonas.behr@web.de

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Ob als Interessent, Kooperationspartner, Hochschule oder Makerspace – wir freuen uns über jede Nachricht. Refurnable ist ein offenes Projekt und lebt vom Austausch.

Oder direkt: jonas.behr@web.de